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Das versteckte Risiko: Wie LLMs persönliche Daten sammeln – und warum europäische Lösungen unverzichtbar werden

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Das versteckte Risiko: Wie LLMs persönliche Daten sammeln – und warum europäische Lösungen unverzichtbar werden

Während Unternehmen weltweit auf die Effizienz von ChatGPT und Co. setzen, geschieht im Hintergrund etwas, was viele Nutzer nicht ahnen: Jeder Prompt wird zur Datenquelle. Eine aktuelle Studie der Datenschutzfirma Incogni enthüllt erschreckende Details darüber, wie rücksichtslos große Sprachmodelle (LLMs) mit persönlichen Informationen umgehen. Die Erkenntnisse sind alarmierend – und zeigen, warum europäische Alternativen nicht nur wünschenswert, sondern existenziell sind.

Die schockierende Realität: Meta.ai erhielt in der Studie 15,7 von 16 möglichen „Datenschutzverletzungs-Punkten“ – je höher die Punktzahl, desto gravierender die Verstöße. Selbst die „besten“ Anbieter sammeln deutlich mehr Daten als nötig.

Verschärfend kommt hinzu: US-Gerichte können europäische Datenschutzrechte faktisch aushebeln. Ein aktueller Fall zeigt, wie eine amerikanische Gerichtsentscheidung dazu führte, dass ein weltweit genutzter KI-Dienst alle Nutzerkonversationen unbefristet speichern muss – auch die, die Sie bewusst gelöscht haben. Was in einem amerikanischen Gerichtssaal entschieden wird, wirkt sich global aus und macht die DSGVO zur Makulatur. Siehe auch: Wenn Datenschutz zur Illusion wird: Was amerikanische Gerichtsentscheidungen für Europa bedeuten

Die unsichtbare Datensammelmaschine

Was genau wird gesammelt?

Aus Ihren Prompts:

  • Geschäftsdaten aus hochgeladenen Dokumenten
  • Persönliche Informationen aus Gesprächen
  • Strategische Unternehmensinformationen
  • Vertrauliche Kundendaten

Aus den Apps:

  • Präzise Standortdaten (Gemini und Meta)
  • Kontakte und Adressbücher
  • Nutzungsverhalten und -zeiten
  • Geräteinformationen und -IDs

Aus Social Media:

  • Öffentliche und „öffentlich zugängliche private Daten“
  • Posts, Kommentare und Interaktionen
  • Verbindungen und Netzwerke
  • Verhaltensanalysen

Die Weitergabe-Realität

Microsoft teilt Nutzer-Prompts mit „Dritten, die Online-Werbung für Microsoft ausführen oder Microsoft-Technologie dafür verwenden.“

Fast alle Anbieter teilen Prompts mit „Service-Providern“ – ein dehnbarer Begriff ohne klare Grenzen.

Viele Anbieter geben Daten explizit an „Strafverfolgungsbehörden“ weiter: DeepSeek, Gemini, Grok und Meta.

Der DSGVO-GAU in der Praxis

Szenario 1: Der Versicherungsmakler

Eingabe: „Analysiere diese Gesundheitsdaten meines Kunden und erstelle eine Risikoeinschätzung“
Realität: Sensible Gesundheitsdaten landen bei US-Unternehmen und werden möglicherweise für Training verwendet
DSGVO-Verstoß: Art. 9 (Besondere Kategorien personenbezogener Daten)

Szenario 2: Das Rechtsanwaltskanzlei

Eingabe: „Prüfe diesen Vertrag auf rechtliche Risiken“
Realität: Mandantendaten und Geschäftsgeheimnisse werden gespeichert und analysiert
DSGVO-Verstoß: Anwaltliches Berufsgeheimnis und Datenschutz-Grundverordnung

Szenario 3: Das HR-Department

Eingabe: „Bewerte diese Bewerbungsunterlagen“
Realität: Persönliche Bewerberdaten werden für Training und Analyse verwendet
DSGVO-Verstoß: Zweckbindung und Datenminimierung

Die Illusion der Kontrolle

Die Illusion der Kontrolle

Während europäische Unternehmen Millionen in DSGVO-Compliance investiert haben, können diese Bemühungen durch eine einzige amerikanische Gerichtsentscheidung zunichte gemacht werden. Was nützen die strengsten Datenschutzgesetze der Welt, wenn sie durch Gerichtsbeschlüsse aus anderen Kontinenten unterlaufen werden?

„Wir nutzen Ihre Daten nicht für Training“

Was Anbieter sagen: Opt-out für Training verfügbar
Die Realität: Nur für Prompts, nicht für andere gesammelte Daten

Anthropic (Claude) ist der einzige Anbieter, der prinzipiell auf Daten über User-Eingaben verzichtet – aber auch hier gibt es Ausnahmen. Zudem bleibt das grundsätzliche Problem bestehen: Als US-Unternehmen unterliegt auch Anthropic amerikanischen Gerichtsentscheidungen und könnte jederzeit zur Datenherausgabe oder -speicherung verpflichtet werden.

„Ihre Daten bleiben privat“

Was Anbieter versprechen: Datenschutz und Vertraulichkeit
Die Realität: Weitergabe an „Service-Provider“ und Werbepartner ist Standard

„Sie können Ihre Daten löschen“

Was möglich ist: Löschen der sichtbaren Chat-Historie
Was unmöglich ist: Entfernen aus Trainingsdaten und Analytics-Systemen

Der Unterschied: Europäische vs. US-amerikanische Anbieter

US-Anbieter (ChatGPT, Gemini, Meta.ai):

Datensammlung: Umfassend und intransparent
Weitergabe: An Werbepartner und Behörden
Rechtslage: US-Gesetze haben Vorrang
Kontrolle: Begrenzte Nutzerrechte

Europäische Anbieter sind technisch überlegen: Sie verbinden Innovation mit Verantwortung, Leistung mit Vertrauen, und Effizienz mit Ethik – alles ohne die Unwägbarkeiten amerikanischer Gerichtsentscheidungen.

Europäische Anbieter:

DSGVO-Compliance: Von Grund auf integriert
Datenminimierung: Nur notwendige Daten
Transparenz: Klare Datenschutzerklärungen
Nutzerrechte: Vollständige DSGVO-Rechte

Die versteckten Kosten der „kostenlosen“ KI

Für Unternehmen:

  • Rechtsunsicherheit: DSGVO-Verstöße können teuer werden
  • Reputationsrisiko: Datenschutzskandale schädigen das Vertrauen
  • Wettbewerbsnachteile: Geschäftsgeheimnisse fließen ab
  • Compliance-Aufwand: Aufwendige Rechtfertigungen gegenüber Aufsichtsbehörden

Für Individuen:

  • Profilbildung: Umfassende Persönlichkeitsanalysen
  • Tracking: Standort- und Verhaltensüberwachung
  • Diskriminierung: Algorithmic Bias in nachgelagerten Systemen
  • Kontrollverlust: Keine Handhabe über Datenverwendung

Die vericlever-Lösung: Privacy by Design

Während andere über Datenschutz sprechen, haben wir gehandelt.

Rechtssichere DSGVO-Architektur:

1. Eigener PII-Filter

  • Selbstentwickelter und in Deutschland gehosteter PII-Filter entfernt automatisch Personenbezug
  • Namen, Adressen, E-Mails, Telefonnummern werden vor KI-Verarbeitung gelöscht
  • Was nicht existiert, kann nicht missbraucht werden

2. Europäische KI-Pipeline

  • Datenschutzgerechte KI-Pipeline
  • EU-Modelle oder anonymisierte Azure OpenAI-Verarbeitung
  • Minimierte US-Datenübertragung durch Anonymisierung
  • DSGVO-konforme Verarbeitungskette

3. Anonyme Daten nach Art. 9 DSGVO (bspw. Gesundheitsdatenverarbeitung)

  • Durch unseren PII-Filter fallen besondere Kategorien personenbezogener Daten (Art. 9 DSGVO) wie bspw. Gesundheitsdaten nicht mehr unter die DSGVO
  • Keine personenbezogenen Daten = keine DSGVO
  • Rechtssicherheit für Versicherungsberatung

Technische Überlegenheit:

Herkömmlicher Ansatz:
User → ChatGPT (USA) → Datenspeicherung → Training → Weitergabe

vericlever-Ansatz:
User → PII-Filter (DE) → Datenschutzgerechte KI-Modelle → Strukturierte Ausgabe ohne Pers.Daten

Warum jetzt handeln?

Die Regulierungswelle kommt:

  • EU AI Act verschärft Anforderungen ab 2025
  • Datenschutzbehörden werden aktiver bei KI-Überwachung
  • Gerichtsentscheidungen schaffen Präzedenzfälle
  • Öffentlicher Druck steigt kontinuierlich

Der Wettbewerbsvorteil:

  • First-Mover-Advantage bei DSGVO-konformer KI
  • Kundenvertrauen durch transparente Datenschutzpraxis
  • Rechtssicherheit als Verkaufsargument
  • Zukunftssicherheit gegenüber regulatorischen Änderungen

Praktische Schritte für Unternehmen

Sofortmaßnahmen:

Audit der aktuellen KI-Nutzung: Welche Tools nutzen Sie?
Risikobewertung: Welche sensiblen Daten werden verarbeitet?
Rechtsprüfung: Sind aktuelle Practices DSGVO-konform?
Mitarbeiterschulung: Sensibilisierung für Datenschutzrisiken

Mittelfristige Strategie:

Europäische Alternativen evaluieren: EU-basierte KI-Anbieter
Datenschutz-Policy anpassen: Klare Regeln für KI-Nutzung
PII-Filter implementieren: Automatische Anonymisierung
Compliance-Dokumentation: Nachweis rechtmäßiger Verarbeitung

Langfristige Vision:

Digital-Souveränität aufbauen: Unabhängigkeit von US-Anbietern
Datenschutz als USP etablieren: Wettbewerbsvorteil ausbauen
Innovation vorantreiben: Europäische KI-Ökosysteme stärken
Branchenführerschaft: Standards für ethische KI setzen

Die Zukunft gehört vertrauensvoller KI

Die Zeiten naiver Technologie-Gläubigkeit sind vorbei. Unternehmen und Verbraucher werden zunehmend kritischer bei der Auswahl ihrer digitalen Partner. Wer heute noch auf US-amerikanische LLMs ohne Datenschutz-Safeguards setzt, handelt fahrlässig.

Die neue Realität:

  • Datenschutz wird zum Wettbewerbsfaktor
  • Europäische KI-Lösungen gewinnen Marktanteile
  • Rechtssicherheit entscheidet über Unternehmenserfolg
  • Vertrauen wird zur wichtigsten Währung

Ihr nächster Schritt zur Datenschutz-Souveränität

Die Entscheidung liegt bei Ihnen: Möchten Sie weiterhin jeden Prompt als potenzielle Datenschutzverletzung riskieren, oder wählen Sie den sicheren Weg mit europäischer KI-Technologie?

vericlever bietet selbstentwickelten deutschen PII-Filter für automatische Anonymisierung und nutzt datenschutzgerechte KI-Pipelines.

Die Zukunft der KI ist datenschutzgerecht, konform und vertrauenswürdig.


In einer Welt, in der Daten das neue Öl sind, sollten europäische Unternehmen nicht ihre wertvollsten Ressourcen an amerikanische Konzerne verschenken. Mit vericlever behalten Sie die Kontrolle über Ihre Daten – und damit über Ihre Zukunft.

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