Maria Hoffmann aus München kennt das Problem gut. Immer wieder kommen Kunden in ihr Maklerbüro, die eine Berufsunfähigkeitsversicherung brauchen. „Hab schon online geschaut“, sagen sie dann, „bei diesem Vergleichsportal kann man in 3 Klicks abschließen. Kostet nur 29 Euro im Monat!“
Maria seufzt. Wieder einmal muss sie erklären, warum eine ordentliche BU-Beratung mehr als drei Klicks braucht. Warum die Details in den Versicherungsbedingungen entscheidend sind. Warum im Schadensfall oft genau diese „unwichtigen“ Kleinigkeiten darüber entscheiden, ob gezahlt wird oder nicht.
„Diese Online-Portale machen alles kaputt“, schimpft Maria regelmäßig. „Die Kunden denken, Versicherung ist ein Massenprodukt. Drei Klicks, fertig. Und dann wundern sie sich, wenn sie im Ernstfall im Regen stehen.“
Der große Selbstbetrug
Letzte Woche hat Maria auf YouTube eine Werbung gesehen. Ein durchtrainierter Amerikaner im weißen Hemd stand vor einer Villa und versprach: „Digitalisieren Sie Ihr komplettes Business in nur 3 Klicks! CRM, Marketing, KI, Automatisierung – alles in einer Plattform!“
GoHighLevel hieß das Wunderding, auch als LeadConnecor bekannt. „Nur 97 Dollar im Monat für ALLES!“ stand da in großen Buchstaben. CRM, E-Mail-Marketing, SMS, Website-Builder, KI-Chat-Bot – die komplette Digitalisierung für weniger als ein Abendessen zu zweit.
Und wissen Sie was? Maria hat bestellt. Sofort. Die eierlegende Wollmilchsau“ für nur 97 Dollar im Monat.
Die Ironie? Dieselbe Maria, die täglich über 3-Klick-Versicherungen schimpft, ist auf eine 3-Klick-Digitalisierung hereingefallen.
Die Heuchelei liegt in der Luft
Maria ist nicht allein. Überall dasselbe Bild:
Der Druckereibesitzer aus Dortmund flucht über Kunden, die Online-Printservices für einen „Appel und Ei“ buchen: „Die laden einfach ihre Datei hoch, drei Klicks später ist bestellt. Kein Beratungsgespräch, keine Qualitätskontrolle. Und wenn die Visitenkarten dann aussehen wie von einem Dreijährigen gemalt, sind alle Druckereien die Bösen. Qualität schätzt keiner mehr – hauptsache billig.“
Derselbe Mann bestellt seine CRM-Software bei einem amerikanischen Anbieter. Drei Klicks, fertig – angeblich.
Die Webdesignerin aus Wuppertal ärgert sich über billige Baukasten-Websites: „Drei Klicks zur professionellen Homepage! Dass die dann nicht für Suchmaschinen optimiert ist, kein Conversion-Tracking hat und datenschutzrechtlich ein Desaster ist – egal. Hauptsache billig und schnell. Echten Mehrwert bringt so eine digitale Visitenkarte nicht.“
Dieselbe Frau automatisiert ihr Marketing mit einem Automatisierungs-Tool aus den USA. Drei Klicks Setup, läuft – angeblich.
GoHighLevel: Die Wollmilchsau im Schafspelz
Schauen wir uns Maria’s Wunderplattform mal genauer an. GoHighLevel verspricht alles:
- CRM-System für Kundenverwaltung
- E-Mail-Marketing mit Automatisierung
- SMS-Marketing (weil das in Deutschland so einfach ist…)
- Website- und Funnel-Builder
- Kalender und Terminbuchung
- Zahlungsabwicklung über Stripe
- Mitgliederbereiche und Online-Kurse
- KI-Chat-Bot mit OpenAI-Integration
- White-Label-Lösung für Weiterverkauf
Klingt fantastisch. Ist es auch. Für amerikanische Verhältnisse.
Aber Maria lebt in Deutschland. Und hier gelten andere Regeln.
Die brutale Realität der All-in-One-Träume
Nach drei Monaten GoHighLevel sieht Maria’s Realität so aus:
Der DSGVO-Alptraum: Alle Daten landen auf US-Servern. Maria braucht einen Auftragsverarbeitungsvertrag und muss in ihrer Datenschutzerklärung erklären, warum sie Kundendaten in die USA schickt. Das EU-US Data Privacy Framework? Steht auf wackeligen Beinen – „Schrems III“ lässt grüßen.
Der Usability-Horror: Die Oberfläche sieht aus wie ein Cockpit aus den 90ern. Hunderte von Funktionen, die niemand braucht. Einfachste Aufgaben werden zu Odysseen durch verschachtelte Menüs. Die „3-Klick-Digitalisierung“ entpuppt sich als 30-Klick-Tortur.
Das Affiliate-Chaos: Die ganzen deutschen „Experten“ auf YouTube? Alles Affiliates, die 40% Provision kassieren. Deren „kostenlose Beratung“? Marketing für GoHighLevel. Deren „DSGVO-konforme Templates“? Rechtlich wertlos.
Die KI-Mogelpackung: Der „revolutionäre KI-Assistent“ ist nur ein OpenAI-Wrapper. Maria’s Kundendaten wandern nicht nur zu GoHighLevel in die USA, sondern auch noch zu OpenAI. Datenschutz? Fehlanzeige.
Die amerikanische Träumerei
GoHighLevel ist das perfekte Beispiel für amerikanische Software-Träumerei. Dort funktioniert das Geschäftsmodell:
- Lockere Datenschutzgesetze
- SMS-Marketing ist normal
- Aggressive Verkaufstaktiken sind akzeptiert
- Kunde hat ein Problem? „Sue me!“
In Deutschland? Katastrophe. Hier gibt es die DSGVO. Hier sind unerlaubte Werbung per SMS und E-Mail Ordnungswidrigkeiten mit saftigen Bußgeldern. Hier haften Geschäftsführer persönlich für Datenschutzverstöße.
Aber die Marketing-Maschinerie läuft. Deutsche Affiliates versprechen die amerikanischen Träume: „Verdienen Sie passives Einkommen!“ – „Automatisieren Sie Ihr Business!“ – „In nur 3 Klicks!“
Der Spiegel der eigenen Medizin
Hier wird’s peinlich. Maria schimpft über Vergleichsportale, die komplexe Versicherungsprodukte zu Massenprodukten degradieren. Gleichzeitig kauft sie eine Software, die ihr komplettes Business zu einem 3-Klick-Prozess degradiert.
Der Druckereibesitzer flucht über Kunden, die Qualität nicht zu schätzen wissen. Gleichzeitig setzt er seine Kundendaten einer rechtlich fragwürdigen US-Plattform aus.
Die Webdesignerin ärgert sich über Baukasten-Websites ohne Mehrwert. Gleichzeitig automatisiert sie ihr E-Mail-Marketing mit einem Tool, das ihre eigene Expertise überflüssig macht.
Die unangenehme Wahrheit: Wir alle fallen auf dieselben Versprechen rein, über die wir uns in unserer eigenen Branche aufregen.
Was wirklich dahintersteckt
Die Verlockung ist verständlich. Als Unternehmer sind wir Experten in unserem Fach – aber digitale Dilettanten. Wir kennen jeden Kniff in der Versicherungsberatung, aber bei CRM-Systemen sind wir Laien. Wir beherrschen den Vierfarbdruck, aber KI-Prozess-Automatisierung ist Neuland.
Genau diese Unwissenheit nutzen die All-in-One-Anbieter aus. Sie versprechen uns die Expertise, die wir nicht haben. Sie verkaufen uns den Traum, ohne Aufwand Experten zu werden.
Aber Hand aufs Herz: Würden Sie Ihrer Tochter raten, ihre BU-Versicherung online in 3 Klicks abzuschließen? Würden Sie Ihrem besten Freund empfehlen, seine Visitenkarten beim billigsten Online-Anbieter zu bestellen?
Nein? Warum machen Sie es dann bei Ihrer eigenen Digitalisierung?
Der europäische Weg
Die gute Nachricht: Es geht auch anders. Deutschland und Europa haben hervorragende KI- und Automatisierungsanbieter, die verstehen, was hier läuft.
Nehmen Sie KI-Assistenten: Deutsche Anbieter hosten in Deutschland, sprechen deutsch und kennen die DSGVO. Ihre Daten bleiben in Europa. Ihre Rechtsabteilung muss nicht erklären, warum Kundendaten in Texas landen.
Oder Prozess-Automatisierung: Europäische Anbieter kennen deutsche Arbeitsabläufe und rechtliche Anforderungen. Sie entwickeln Lösungen, die zu unseren Geschäftsprozessen passen, nicht umgekehrt.
Ja, das kostet mehr als die amerikanische Billig-Lösung. Aber es funktioniert. Rechtssicher. Verlässlich. Ohne böse Überraschungen.
Genauso wie Ihre eigene Beratung mehr kostet als die 3-Klick-Lösung im Internet. Aber sie funktioniert. Für Ihre Kunden. In ihrem Interesse.
Die unbequeme Checkliste
Bevor Sie das nächste Mal von einer All-in-One-Lösung träumen, fragen Sie sich:
Würde ich meinen Kunden diese Lösung empfehlen?
- Wenn Maria einer Freundin raten würde, ihre Rechtsschutzversicherung online ohne Beratung abzuschließen – nur weil’s billiger ist?
- Wenn der Druckereibesitzer seiner Schwester empfehlen würde, ihre Hochzeitseinladungen beim Billigheimer zu bestellen?
- Wenn die Webdesignerin ihrem Bruder raten würde, seine Anwaltskanzlei mit einem 9,99-Euro-Baukasten zu präsentieren?
Welchen Aufwand erwarte ich von meinen Kunden?
- Ausführliches Beratungsgespräch für die BU-Beratung, aber 3 Minuten für die CRM-Auswahl?
- Qualitätscheck bei jedem Druckauftrag, aber keine Prüfung bei Software-Anbietern?
- Responsive Design und SEO-Optimierung als Standard, aber Datenschutz als „Nice-to-have“?
Was sage ich über meine Branche – und was mache ich selbst?
- „Versicherung ist Vertrauenssache“ – aber Software kaufe ich vom ersten YouTube-Affiliate?
- „Qualität hat ihren Preis“ – aber hauptsache die Digitalisierung ist billig?
- „Persönliche Beratung ist unersetzlich“ – aber Automatisierungen sollen sich selbst erklären?
Die vericlever Alternative
Bei vericlever machen wir es anders. Nicht weil wir perfekt sind, sondern weil wir die gleichen Fehler gemacht haben.
Wir haben auch anfangs amerikanische Tools ausprobiert, uns in DSGVO-Paragrafen verloren und am Ende mehr Zeit mit Compliance verbracht als mit unserem eigentlichen Business.
Deshalb setzen wir auf spezialisierte, europäische Lösungen. Unsere eigenen Systeme hosten wir in Deutschland und alle Daten verbleiben in der EU. Alle unsere Systeme und Tools sind DSGVO-konform. Unsere KI-Assistenten nutzen europäische oder in der EU bzw. optimalerweise in Deutschland DSGVO-konform gehostete KI-Modelle – wie auch unsere Chatbots und unser neuer veribot.
Der ehrliche Schluss
Die 3-Klick-Falle ist real. Und wir alle tappen hinein. Weil wir Menschen sind. Weil wir Träume haben. Weil wir glauben wollen, dass es den einfachen Weg gibt.
Aber genauso wie Sie Ihren Kunden erklären, warum die billige Online-Lösung nicht funktioniert, müssen wir uns selbst eingestehen: Auch unser Business braucht mehr als drei Klicks.
Die gute Digitalisierung kostet Zeit, Geld und Nerven. Genauso wie die gute Versicherungsberatung, der gute Druckauftrag oder die gute Website.
Der Unterschied: Am Ende haben Sie eine Lösung, die funktioniert. Für Ihr Business. Für Ihre Kunden. Und für Ihr Gewissen.
Die nächste All-in-One-Werbung kommt bestimmt. Und der Typ im weißen Hemd wird wieder versprechen, dass drei Klicks reichen.
Dann denken Sie an Maria. Und fragen sich: Was würde ich meinen Kunden raten?
Sie wollen wissen, wie Digitalisierung ehrlich funktioniert? Sprechen Sie mit uns. Wir versprechen Ihnen keine Wunder in drei Klicks – aber Lösungen, die funktionieren.